Microsoft Exchange Server 2007 Migrationen | Artikel aus INFOLINE 4/2006

Microsoft Exchange Server 2007 Migrationen | Artikel aus INFOLINE 4/2006

Über Leben und Arbeiten mit dem neuen Microsoft Exchange Server 2007 haben wir in der INFOLINE 3/2006 eingehend berichtet. Kunden, die über einen Wechsel auf die neue Version nachdenken, stehen also nun vor einer Migration. Die Wege, die eingeschritten werden müssen, sind auch hier abhängig von den Unternehmenszielen und -anforderungen. Denn nicht nur die Einführung einer neuen Version, sondern auch die Trennung oder Zusammenfassung von Exchange-Organisationen unterschiedlicher Unternehmen machen eine Migration notwendig. Wie schon im Artikel über Windows Migrationen sind auch hier verschiedene Szenarien möglich. Exchange 2007 liegt noch nicht in einer finalen Version vor, erste Migrationstest lassen aber bereits Aussagen zumindest für die Beta-Version zu.

Upgrade auf Exchange 2007 in einer bestehenden Exchange-Organisation

Die Aktualisierung der bestehende Exchange Server Version ist in Unternehmen unter anderem mit einem Wechsel der Hardware verbunden. Erhöhtes Mailaufkommen und Größe von verschickten Anlagen zwingen häufig dazu, die Datenkapazität und Performance der Server zu erhöhen. An dieser Stelle muss daher darauf hingewiesen werden, dass Exchange Server 2007 ausschließlich auf 64bit-Hardware betrieben werden kann.

Grundsätzlich kann Exchange 2007 in eine Organisation installiert werden, die Exchange Server 2000 oder Exchange Server 2003 enthält. Dabei wird zunächst das Schema des Active Directory für die neuen Funktionen von Exchange erweitert. Nach Installation des neuen Servers werden die Maildaten der Benutzer und die Öffentlichen Ordner übernommen und die Routing-Topologie angepasst. Aus Sicht des Kunden erfolgen, wie auch bei der Migration in früheren Versionen, nur geringfügige Unterbrechungen der Produktivität. Die Übernahme der Postfachdaten erfolgt zeitgesteuert außerhalb der Produktivzeit und das vom Benutzer eingestellte Outlook-Profil wird nicht verändert. Es handelt sich um eine ?sanfte Migration?. Dies ist die einfachste Variante einer Migration, die jedoch aufgrund wesentlicher Änderungen in der Architektur in Exchange Server 2007 gegenüber früheren Versionen, einer strukturierten Vorgehensweise auf Basis des Phasenmodells (siehe Artikel in diesem Heft) bedarf.

Migration zwischen Exchange-Organisationen

Unternehmen, die miteinander Fusionieren oder Unternehmensteile innerhalb eines Konzerns, die ein- oder ausgegliedert werden, müssen erhebliche Änderungen an ihrer Mail-Infrastruktur vornehmen. Dies kann jedoch auch den Start in eine neue Welt mit Exchange Server 2007 bedeuten. Migrationen zwischen Exchange-Organisationen sind mit einem wesentlich höheren Aufwand verbunden und die Migrationwege hierfür sind komplex.

In einem ersten Schritt wird häufig eine neue Exchange-Organisation aufgebaut, in die die vorhandenen Daten der Benutzer, der Öffentlichen Ordner und ggf. die Verteilerlisten importiert werden müssen. In kleineren Umgebungen kann dieser Prozess ohne die Bereitstellung einer Koexistenzphase mit dem Alt-System durchgeführt werden. Die Datenübernahme muss allerdings in der Regel am Wochenende und in einem Prozessschritt erfolgen. Diese ?harte Migration? kann durchaus in einigen Umgebungen sinnvoll sein und wird durch den Einsatz der COMLINE Migrations-Tools und -Scripte automatisiert.

In sehr großen Exchange-Organisationen muss der Wechsel von Benutzern und Daten zwischen über eine längere Zeit gestreckt werden. Während dieser Koexistenz muss die Kommunikation zwischen bereits migrierten Benutzern und Benutzen im Alt-System reibungslos verlaufen. In früheren Versionen von Exchange Server war dies nur mit erheblichem Aufwand möglich, sodass Produkte von Dritt-Herstellern zum Einsatz kamen. Die Kosten für eine Migration wurden dadurch erheblich gesteigert, sodass viele Kunden einer ?harte Migration? den Vorzug gaben. An dieser Situation und somit am grundsätzlichen Vorgehen beim Aufbau einer Koexistenz zwischen einer Exchange 2003- und einer Exchange 2007 ? Organisation ändern sich nichts.

Zunächst erfolgt bei diesem Migrationsweg eine Synchronisation der Empfängerobjekte, die über das kostenlos von Microsoft bereitgestellte Identity Integration Feature Pack erfolgen kann. Theoretisch können bereits im Anschluss direkt alle Mailboxen in die neue Organisation verschoben werden und somit die Migrationsphase erheblich abgekürzt werden. Wird eine längere Zeit der Koexistenz benötigt, müssen allerdings noch Exchange Server 2000 oder Exchange Server 2003 in der neuen Organisation installiert werden. Nach Erstellung entsprechender Connectoren übernehmen sie das Mailrouting zwischen den Systemen. Für die Synchronisation der Frei/Gebucht Zeiten im Kalender und die Übernahme der Öffentlichen Ordner Daten wird das InterOrg Replication Tool aus Exchange Server 2003 eingesetzt.

Der Migrationsschritt in eine neue Exchange-Organisation ist immer mit der Erstellung eines neuen Outlook-Profils verbunden. Der Benutzer sieht demnach nach der Übernahme seiner Daten unter Umständen andere Outlook-Einstellung. Aber auch das neue Profil muss zunächst erstellt werden. Das neue Outlook 2007 kann diese Aufgabe für jeden Benutzer selbständig übernehmen. Nach Eingabe des Benutzernamens und der Mailadresse durch den Benutzer sucht Outlook im Active Directory nach dem zugeordneten Server und erstellt selbständig das Profil. Die aufwendige Erstellung und Verteilung eines Outlook-Standardprofils entfällt hiermit.

Fazit

Migrationswege für Mailsysteme müssen auf die Situation im Unternehmen angepasst werden. Die Komplexität aber auch die Bedeutung einer reibungslosen Migration von Mailsystemen steigt mit der Größe der Organisation. Ohne strukturiertes Vorgehen auf Basis des Phasenmodells sind Migrationen in der Regel nicht erfolgreich durchzuführen. Aus dieser Erfahrung hat die COMLINE einen Standardworkshop für die Planung einer Exchange-Migration entwickelt. Er dient als Basis für den gemeinsamen Erfolg.

 
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