Kosten sparen mit VoIP über ISDN Call Through – “Call by Call” im Handynetz

Kosten sparen mit VoIP über ISDN Call Through – “Call by Call” im Handynetz

Gestern hatte ich eine nette Idee. Unsere Kunden befinden sich zum überwiegenden Teil im Ausland. Nachdem ich unterwegs sehr häufig Kunden für Vertrieb oder Support anrufe, sind mir die horrenden Auslandsgebühren auf der Handyabrechnung schon länger lästig. Mit meinem Telekom Mobilfunkvertrag habe ich eine Festnetz-Flatrate. Im Büro gibt es neben einem ISDN-Anschluss von NetCologne noch einen VoIP-Zugang von sipgate mit sehr günstigen Auslandskonditionen.

Als VoIP-ISDN-Gateway vor unserer Telefonanlage dient eine ganz einfache AVM Fritzbox. Diese unterstützt ISDN Call Through. Call Through kann man wie eine aus dem Festnetz bekannte Call-by-Call-Vorwahl nutzen. Dazu konfiguriert man eine dedizierte MSN mit einer speziellen Anrufweiterleitung. Ruft man diese MSN an, wird man mit einem Piepton zu einer PIN Eingabe aufgefordert. Nach der PIN und einem zweiten Piepton hängt man mit dem Handy (egal wo in Deutschland!) wie ein DECT-Mobilteil an der Telefonanlage dran, kann “intern” telefonieren oder eben mit der 0 ein Amt holen.

Konfiguriert man dieses Amt auf eine VoIP-MSN, wählt die Fritzbox alle folgenden Eingaben über sipgate. Der Angerufene sieht unsere Festnetznummer im Büro als Anrufer und meine Handynummer bleibt verborgen. Und ganz nebenbei spart man immens Kosten: Schon ein deutsches Mobilfunkgespräch kostet über diesen Umweg nur die Hälfte. Aber richtig Spaß macht es bei Anrufen ins Ausland: In die USA telefoniere ich dann zum Beispiel für 1,9 Cent über sipgate statt für 92 Cent pro Minute bei der Telekom, also fast 50 mal billiger! Ein bisheriges 20-EUR-Gespräch kostet also nur noch um die 40 Cent. Mein bisheriger Rekord: Ein Mobiltelefon in Singapur: 83 mal billiger. ;-)

Voraussetzungen, damit es sich lohnt und komfortabel ist:
– ein Handytarif mit Festnetz-Flatrate oder ausreichend Freiminuten
– eine ungenutzte Telefonnummer (MSN) am ISDN-Anschluss
– ein guter Internetzugang, damit die VoIP-Gespräche gute Qualität haben (ab 6.000er DSL)
– ein VoIP-Anschluss mit guten Auslandskonditionen (zum Beispiel sipgate ab 0 EUR pro Monat)
– ein VoIP-Gerät mit Call-Through-Funktion (zum Beispiel eine ganz einfache AVM Fritzbox)

Im Gegensatz zur Nutzung der sipgate-App auf dem iPhone oder einer anderen Voice-over-IP-Anwendung auf dem Handy, muss der Mobilfunkvertrag nicht für VoIP freigeschaltet sein, denn es handelt sich sowohl mobilfunktariflich als auch von der Gesprächsqualität (!) um normale Telefonate.

Der einzige Nachteil ist, dass man nicht aus dem Handy-Telefonbuch wählen kann, sondern alle Ziffern der Zieltelefonnummer erst nach dem zweiten Piepton eingeben kann.

Die Anleitung zur Einrichtung in der Fritzbox kann man direkt bei AVM nachlesen. Andere Hersteller bieten aber sicher ähnliche Funktionen. Der Aufwand für die Einrichtung liegt bei einer Fritzbox bei weniger als fünf Minuten inkl. Test. ;-)

 
Kommentare

Liebe Telefonprovider, auch wenn Eure Kommentare zu diesem Artikel fast aussehen, als ob sie von echten Besuchern dieses Blogs stammen: Netter Versuch, aber Werbung wird hier wegmoderiert. ;-) Liebe Grüße, Chrischmi

Hallo Chrischmi,
habe deinen Tip heute mal umgesetzt und direkt für umsonst mit Österreich telefoniert. Handyflat und Auslandsflat für’s Festnetz machen’s möglich.
Danke für den Tip!!

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