Schienen sind Gefahr für Radfahrer – KVB testen Problemlöser

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Offiziell verzeichnete die Polizei 2023 bisher rund 40 Unfälle dieser Art, im Vorjahr waren es 80. Bei Stürzen ohne Fremdbeteiligung sei das eine der drei häufigsten Unfallursachen. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein. Bei allen Einsätzen der Polizei erlitten die Radfahrerinnen und Radfahrer Verletzungen, teilweise schwere Verletzungen. Einen Hotspot nimmt die Polizei auf der Zülpicher Straße wahr – genau wie Christoph Schmidt, Vorsitzender des Kölner Kreisverbandes des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). „Gewerbetreibende schildern, dass dort fast täglich Unfälle passieren“, sagt Schmidt. „Viele Radfahrer kommen mit Schürfwunden davon, diese Unfälle landen dann nicht in der Unfallstatistik der Polizei.“

KVB: Testphase in Weidenpesch
Die gute Nachricht für Fahrradfahrer: Zumindest in der Theorie gibt es eine Lösung für das Problem mit den straßenbündigen Bahnkörpern, wie die Gefahrenstellen im Fachjargon heißen. Die schlechte Nachricht: So richtig praxistauglich ist die Lösung nicht. Das fand die KVB in einer Testphase auf der Neusser Straße in Weidenpesch heraus.

Auch Christoph Schmidt vom ADFC weiß von den Versuchen und von der geringen Lebensdauer der Veloschiene. „Trotzdem würden wir uns wünschen, dass das System zumindest auf dem kleinen Bereich auf der Zülpicher Straße vor der Unimensa zum Einsatz kommt.“ Jeder Unfall, der verhindert werden könne, sei ein Erfolg. Genau wie die KVB hoffe der ADFC aber darauf, dass in Zukunft bessere Produkte auf den Markt kommen, die einen flächendeckenden Einsatz ermöglichen. Auch andere Städte führten bereits Tests mit dem Velogleis durch und kamen oft zum identischen Ergebnis wie die KVB. Aufgegeben haben viele Städte noch nicht. Aktuell läuft in Düsseldorf ein Test.

Sowohl KVB als auch ADFC empfehlen: Überall wo es eng ist, sollten Radfahrende in der Mitte zwischen den beiden Schienen fahren, auch wenn die Autos dahinter drängeln. „Möglichst wenig hin und her wechseln und dann konsequent die Spur halten“, empfiehlt Schmidt. Das vermeide zudem gefährliche Dooring-Unfälle mit Autos, die am Straßenrand parken. Auch die Polizei ist um Lösungen bemüht. Seit Mai macht sie daher mit einer Sprühschablone und verschiedenen Aktionen auf das Thema aufmerksam.

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